Vereins-Chronik
Der Musikverein 1919
Der Musikverein 1919
Die Stadtkapelle 1912
Die Stadtkapelle 1964
CD-Aufnahme 2012
Jubiläumsjahr 2012
1858 kommt, der am 28. Mai 1834 in Staffel geborene, Carl Ninck als Kaplan nach Westerburg - ein junger, missionarisch veranlagter, weitsichtig denkender Mensch.
1862 gründet Ninck einen Posaunenchor, Vorläufer der heutigen Stadtkapelle, der unter der Leitung des Dirigenten Kraft aus Rennerod seine Arbeit beginnt. Schon sehr bald wirkt der Posaunenchor in den Gottesdiensten mit.
In diesem Jahr übernimmt der für lange Jahre in Westerburg tätige Lehrer Pfeiffer das Amt des Dirigenten. Die Kapelle zählt zu dieser Zeit neun aktive Posaunisten, deren Namen in der Chronik festgehalten sind: August Menges, Heinrich Ludwig, Wilheim Ludwig, Ernst Dietz, Karl Bux , Rudolf Merle, Wilhelm Fuckert, Wilhelm Schmidt und Wilhelm Dillbahner. 1880 wird Lehrer Ferger Chordirigent.
Pfarrer Haas wird Vorsitzender, der Militärmusiker Dittmar übernimmt das Dirigentenamt. Der Posaunenchor ändert seinen Namen und nennt sich fortan "Musikverein Westerburg". 25 aktive Mitglieder widmen sich von nun an auch der weltlichen Musik und treten insbesondere bei Heimatfesten, Vereinsfeiern, an Kommersabenden und Tanzveranstaltungen auf, ohne die Mitwirkung bei kirchlichen Festen zu vernachlässigen. Den ersten großen Erfolg bringt ein gelungenes öffentliches Konzert 1912 in Eltville/Rheingau.
Während des Ersten Weltkriegs muss jede Tätigkeit des Vereins eingestellt werden.1919 beginnt mit 10 alten und einigen jungen Mitgliedern die Aufbauarbeit erneut. Eine musikalische Vorbildung besitzt nur Karl Schardt. Mühsame Kleinarbeit durch den Dirigenten Hermann Rehn in seiner Wohnung in der Langgasse, allwöchentliches Üben und ausdauernde Proben führen zu einem ersten Erfolg: Nach einem Jahr können bereits 20 Musiker bei öffentlichen Veranstaltungen auftreten. Das Musikrepertoire ist noch recht mager und beschränkt sich auf die gängigsten Melodienfolgen. Triebfeder des Musikvereins ist der Spaß an der Musik. An eine finanzielle Unterstützung des Vereins ist in diesen Nachkriegs-Notjahren nicht zu denken, ein Vereinsvermögen kann nicht angesammelt werden. Es ist symptomatisch für diese Zeit und wohl auch auf das Vereinsleben allgemein anzuwenden: Die Musiker tragen keine einheitliche Kleidung, man will aber bei gemeinsamen Auftritten als »Verein« kenntlich sein. Der Vorstand beschließt daher, bei dem Kappenmacher Heinrich Ferger in Westerburg blaue Schirmmützen zu bestellen.

1945 bleiben in Westerburg Trümmer zurück. Auch ein großer Teil der Musikinstrumente wird zerstört, den Rest nehmen die Besatzungstruppen mit. Bereits 1947 widmet sich eine kleine Gruppe ehemaliger Musiker der Tanzmusik. In der Baracke am Neumarkt wird dürftig aber fröhlich Kirmes gefeiert. Ein Klavier ist auch dabei, es gehört Heinrich Ferger. Bei der lustigen Feier vergessen die Musiker allerdings, dass der Krieg zu Ende ist und die GEMA (früher STAGMA) ihre Arbeit wieder aufgenommen hat.
So flattert nach der frohen Feier den Musikern eine Gebührenrechnung ins Haus. Mit sehr viel Gottvertrauen wird das Bezahlen vergessen. Das bei der Kirmes eingenommene Geld ist lange verbraucht. Die Folge: Das Klavier (Tatgegenstand) wird gepfändet; nur mühsam kann durch sonntägliche Ständchen oder Jubiläumsfeiern das Auslösegeld für das gepfändete Klavier zusammengespielt werden.
1953 legt Obermusikmeister Klöckner sein Amt nieder, Nachfolger wird Helmut Schmidt aus Gemünden. Der junge Musiker steht vor einer schwierigen Aufgabe, bereits für das Jahr 1954 ist ein Musikfest in Westerburg geplant. Musikalisch und auch finanziell wird das Fest ein voller Erfolg; der Dirigent hat seine Feuerprobe bestanden. Kurz nach der Konstituierung als Stadtkapelle erhalten die Musiker einheitliche Mützen, und 1964, zum etwas verspätet gefeierten 100. Jubiläum, treten die Aktiven in vollständiger Uniform an, mittels der Geldspenden durch Ehrenmitglieder.
1965 legt Hugo Wengenroth, der 15 Jahre lang den Vorsitz im Verein geführt hatte, sein Amt in jüngere Hände. Günter Ferger wird 1. Vorsitzender des Vereins. Die Stadtkapelle, nun finanziell gesichert und gestärkt durch ein besonders gepflegtes Gemeinschaftsbewusstsein, kann die Zahl ihrer aktiven Musiker erheblich steigern. Intensiviert wird die Nachwuchsausbildung durch den ersten Klarinettisten Arthur Schlächter, der 1977 auch die Stabführung übernimmt.
Aufgrund der ausgezeichneten Ausbildung von Jugendlichen, zu denen sich auch weibliche Mitglieder gesellen, und der Fertigkeit der Altaktiven kann eine Stadtkapelle mit hohem musikalischem Niveau und außerordentlich guter Disziplin 1984 an den neuen Dirigenten Fritz Schael übergeben werden. Arthur Schlächter wird an seinem 80. Geburtstag zum Ehrendirigenten ernannt.

Das Festwochenende vom 10. – 13. Juli 1987 steht ganz im Zeichen der Musik. Der Freitag beginnt mit der Kranzniederlegung auf dem Friedhof Westerburg, bei der an die verstorbenen Musiker des Orchesters gedacht wird. Am anschließenden Festkommers nehmen diverse Musikvereine (Ransbach-Baumbach, Sessenhausen, Daaden und Siershahn), sowie die Sängervereinigung 1852 Westerburg und die Volkstanzgruppe Westerburg teil. Den Grußworten des Bürgermeisters Bernhard Nink, Landrat Peter Paul Weinert und der Pfarrer Brandt und Hannappel folgt die Ehrung der Jubilare. Der abwechslungsreiche Abend endet mit Tanz der Tanzkapelle „Casablanca“. Noch mehr Musikvereine treffen sich am Samstag, 11. Juli 1987 um 14 Uhr zum Umzug vom Alten Markt zur Stadthalle mit anschließendem Freundschaftsmusizieren. Es wirken der Fanfahrenzug Langenhahn, der Muikverein „Harmonie“ Elkenroth, das Tambour- und Musikcorps „Blau-Weiß“ Köln, die Musikverein Langendernbach und Weltersburg mit.
Der „Bunte Abend“ um 20 Uhr steht ganz unter dem Motto: „Tanz und Unterhaltung“. Das Publikum kann sich über die Darbietungen der Tanzgruppe Willmenrod, der Rhythmusgruppe Bad Marienberg, des Tanzcorps „Rot-Weiße Funken“ Frickhofen und natürlich der Tanzkapelle „Casablanca“, die bereits Freitags für Stimmung sorgte, freuen. Als Convérencier brilliert Herbert Heuft. Der Sonntag, 12. Juli 1987 beginnt mit einem Festgottesdienst in der Schloßkirche Westerburg unter der Mitwirkung des Musikvereins Hillscheid, der Blechbläser der Stadtkapelle Westerburg, des kath.und ev. Kirchenchores. Dem anschließenden Frühschoppen um 10.30 Uhr in der Stadthalle folgt der große Festumzug um 13.30 Uhr durch Westerburg, der viele Zuschauer anlockt. 15 Musikvereine treffen sich nach dem Festumzug zum Freundschaftsspiel. Ein besonderer Leckerbissen wird den Zuhörern um 20 Uhr bei einem Konzert mit der Musikkapelle der 3. US-Panzerdivision in der Stadthalle geboten. Nach dem Konzert kann das Tanzbein zur Musik der Tanzkapelle „Casablanca“ geschwungen werden. Die 125-Jahrfeier der Stadtkapelle Westerburg endet am Montag, 13. Juli 1987 mit dem Frühschoppen und Schlachtessen um 11:00 Uhr und der anschließenden Disco-Show um 20:00 Uhr in der Stadthalle Westerburg.

Nach dem großen Abschiedskonzert von Fritz Schael wird im April 1994 Reinhold Sedlaĉek neuer Dirigent. Mit seiner Erfahrung als 1. Trompeter beim Heeresmusikkorps 300 Koblenz bringt er neuen Schwung in das Orchester, u.a. durch anspruchsvolle Originalkompositionen für sinfonisches Blasorchester.
Da bisher nur Live-Aufnahmen von einigen Jahreskonzerten vorhanden waren, erfüllt die Stadtkapelle sich den lange ersehnten Wunsch, eine CD aufzunehmen. Die CD wird in der neuen Stadthalle in nur einem Wochenende aufgenommen.
Bei der Jahreshauptversammlung im Jahr 2001 gibt Günther Ferger das Amt des 1. Vorsitzenden nach 36 Jahren an Axel Wengenroth ab. Günther Ferger wird Ehrenvorsitzender.
Im Dezember 2004 wird Martin Hommerich neuer Dirigent. Im Herbst 2005 erwartet die Stadtkapelle mit dem Besuch der englischen Partnerstadt Daventry ein weiter Höhepunkt.
Bei der Jahreshauptversammlung 2007 wird Maic Zimmermann 1. Vorstitzender. Beim Frühlingskonzert im gleichen Jahr übergibt Martin Hommerich den Taktstock an Thomas Nolden.
Ab 2009 übernimmt Maic Zimmermann das Dirigentenamt, er führt den Verein nun auch musikalisch an. Mit ihm kann das Orchester im Jahre 2012 eine zweite CD anlässlich des 150 jährigen Jubiläums aufnehmen.
Den Verein erwartet ein Jahr mit vielen Veranstaltungen rund um das große Jubiläum.
Das 150 Jahr-Jubiläum der Stadtkapelle Westerburg wird über Monate gefeiert.
Es startet am 31.03.2012 mit dem Jubiläumskonzert der Stadtkapelle Westerburg in der Stadthalle Westerburg unter der Leitung von Maic Zimmermann. Die Konzertbesucher schwelgen in Nostalgie, denn das Orchester nimmt sie mit auf eine nostalgische Zeitreise mit den beliebtesten Konzertstücken aus allen Frühjahrskonzerten der Stadtkapelle.
Der 12. Mai steht ganz im Zeichen der Jugend. Es beginnt mit dem Kinder- und Jugendfest um 14 Uhr am Rathausplatz und geht mit dem Konzert des LandesJugendBlasOrchester Rheinland-Pfalz um 19 Uhr weiter. Dort zeigt sich, wie viel Talent und Freude junge Menschen beim Musizieren haben.
Am 2. September 2012 findet um 18 Uhr in der Schlosskirche ein außergewöhnliches Konzert statt. Kleine Ensembles der Stadtkapelle Westerburg – die Turmbläser, das Saxophonquartett und das Klarinettenquartett – zeigen ihr musikalisches Können in einem bunt gemischten, abwechslungsreichen Kammerkonzert sehr zur Freude des Publikums.
Am 29. Oktober folgt die BigBand der Bundeswehr einer Einladung zum Benefizkonzert in der Stadthalle Westerburg. Ein phänomenaler Abend mit vielen Licht- und Showeffekten und natürlich hervorragender Musik zieht die Zuhörer in ihren Bann.
Die 150-Jahrfeier der Stadtkapelle Westerburg endet am Samstag, 02.12.2012 mit einem grandiosen Adventskonzert in der Christ-König-Kirche in Westerburg. Das Adventskonzert gehört ebenso zur Tradition, wie das Frühlingskonzert und ist einer der musikalisch wichtigen Auftritte der Stadtkapelle. Bei diesem Konzert zeigen das Jugendorchester und kleinere Besetzungen ihr Können. Mit dem Adventskonzert läutet das Orchester die Adventszeit ein und verabschiedet sich im Jubiläumsjahr von seinem treuen Publikum.
Im Januar 2013 wird Martin Hommerich erneut Dirigent, gibt das Amt aber bereits im Sommer 2014 wieder auf. Maic Zimmermann übernimmt die Orchesterleitung.
Im August 2017 wird Mario Koch neuer Dirigent, mit seiner Erfahrung als Klarinettist im Heeresmusikkorps Koblenz setzt er neue Impulse.
Bei der Jahreshauptversammlung im Januar 2020 gibt Maic Zimmerman den Vorsitz an Ulrich Ferger ab. In diesem Jahr beginnt, wie für die meisten Vereine eine schwierige Zeit. Coronabedingt muss das Frühlingskonzert 2020 abgesagt werden. Der folgende Lock-Down verhindert über Monate das Zusammenkommen der Mitglieder zu Proben und Auftritten. Zwischenzeitlich kann zumindest im Freien geprobt werden. Doch nach dem Überwinden der Pandemie kommt das Orchester wieder in alter Mitgliederzahl zusammen, es geht weiter.